Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium

Schneeberg

Eigener Weg

 

Irgendwie

Irgendwie ist etwas langweilig – viel zu langweilig.

Es ist Zeit etwas Neues auszuprobieren

Ich glaube, ich mag die Idee vom neuen Weg.

 

Jetzt denke ich an einen eigenen Weg – einen neuen Weg.

 

Nett von dir, dass du mir hilfst,

weil du das Beste für mich willst.

Aber ich werde meine eigenen Wege gehen und

auf eigenen Füßen stehen.

 

Jetzt such ich mir meinen eigenen Weg – einen anderen Weg.

 

Ich weiß noch nicht wohin,

aber zumindest weiß ich, nicht mehr hierhin.

Also pack´ ich meine Sachen und

mach´ ab sofort eigene Sachen.

 

Jetzt gehe ich meinen eigenen Weg – einen spannenderen Weg.

 

Ein Reisender am Bahnhof meinte:

"Es ist fast wie beim Lotto.

mal hast du Glück, mal hast du Pech,

mal entscheidest du dich richtig, mal nicht."

 

Jetzt bin ich auf meinem eigenen Weg – einem besonderen Weg.

 

Natürlich sind eigene Wege steil.

Natürlich sind eigene Wege auch steinig.

Aber das Ziel ist es Wert,

den Weg zu begehen.

  

Maurice Philipp , Klasse 9c

Irgendwann mal

 

Du hast es geschafft- fast.
Ich rufe Morgen nochmal an- eventuell.
Ein anderes Mal- vielleicht.

Alles ist ungewiss
kein Kompromiss.
Jeder Schritt, den du gehst,
ist einer zurück.
Oder einer zu viel.
Wir machen es uns leicht:
schieben Dinge einfach weiter raus.
Obwohl wir nicht wissen, was
nächstes Jahr
nächsten Monat
nächste Woche
morgen
passiert.

Anstatt die Wahrheit zu sagen
unzählige ungesagte Fragen
lieber diese Sagdochgleichnein Wörter
um nicht zu enttäuschen
aber das Versprechen zu brechen.
Mit diesen unverbindlichen Floskeln
die Wahrheit zu erzwingen
mit Wörtern, die uns nichts bringen.
Aber vielleicht änderst du dich.
Aber nicht heute.
Irgendwann mal.

Ich bin mir sicher- beinahe.
Ich werde es noch machen- wahrscheinlich.
Es klappt bestimmt- irgendwann.

Was ist, wenn du die Chance verpasst hast.
Sie an dir vorbeifährt, wie die Fähre Richtung Horizont
und du am Ende bereust, dass du nicht eingestiegen bist.
Denn du lebst nur einmal.
Und wer weiß schon, was Morgen passiert?
Nenn’s verschieben. Aufschieben. Hinauszögern.
Ich nenn’s vergessen.
Was würdest du tun, wenn deine Zeit auf wenige Jahre begrenzt wäre?
Würdest du genauso verschwenderisch damit umgehen?
Oder würdest du dich ändern?
Aber nicht heute.
Irgendwann mal.

Du sagst:
Irgendwann mal nehme ich mir die Zeit für die Dinge, die mir guttun.
Irgendwann mal werde ich die Dinge loslassen, die mir nicht guttun.
Irgendwann mal werde ich mich ändern.
…Doch wann ist irgendwann?

Für uns ist es leicht, Dinge erst Morgen zu machen.
Wir können uns ja später Sorgen machen.
Lauf doch nicht an der Wahrheit vorbei!
Denn du weißt nie, was das Leben noch so für Überraschungen plant.
Es fragt uns ja nicht.
Wir können es uns nicht aussuchen.
Aber das Beste daraus machen und die Zeit nutzen.
Aber nicht heute.
Irgendwann mal.

Julia Neukirchner, Klasse 9c

Typisch Montag

Kälte schlägt mir entgegen,
Wind heult vor dem Fenster auf.
Würd' lieber liegen bleiben,
LEERLAUF.

Eile mit Weile? Typisch Montag!
Ein Tag den ich gar nicht mag!

Totalstress, wieder mal verschlafen.
MONTAGSSTRAPAZEN.
Aufstehen, anziehen, in die Küche hetzen.
Nicht mal Zeit mich hinzusetzen.

Frühstück packen,
Ranzen schnappen.
Türknallen.
Schuhprallen.

Sputen.
Und dann? Oh, nein! Mein Bus!
Rennen, Rennen, Rennen!
Geschafft! AUFATMEN!

Eile mit Weile? Typisch Montag!
Ein Tag, den ich gar nicht mag!

Toller Anfang ! Denk' ich mir.
Während ich in 'ner Kurve hinflieg', beim Busfahren.
Jetzt bin ich erst recht motiviert!
Das kann ja was werden!

 

Rahel Meyer, Klasse 9c

Vage Visionen

 

Ich schlage meine Augen auf. Liege in meinem Bett.
Mich nervt die Fliege an der Decke und mein Unterbewusstsein fragt sich,
ob ich´s heute checke,
auf wessen Kosten ich lebe, mein Leben führe
und dadurch das lebende Leid anderer schüre.

 

Ich gehe zu meinem Kleiderschrank. Öffne die Türen.
Mein Gesicht strahlt als die Stoffe meine Haut berühren.
Doch nicht das Kleidungstück an sich lässt mich glücklich sein.
Nein, das ist nur der Anschein, denn es sind die drei Streifen, die darin fein eingestickt wurden.

 

Ich verlasse das Haus. Betrete die Straße.
Ein Fremder komplimentiert meine Schuhe, doch es sind nicht die Schuhe, denen er Anerkennung schenkt,
sondern dem Preisschild, dass an ihnen hing,
bevor ich mit ihnen auf die Straße ging.

 

Wir betreten die Schule. Gehen zum Klassenzimmer.
Und jetzt? Jetzt sitzen wir hier in Ruhe.
Tragen unsere Markenshirts, Markenhosen und Markenschuhe,
während die Menschen, die sie angefertigt hatten in ihren kurzen Pausen nach Luft schnappen.

 

Denn sie haben sonst keine Luft.
Ihre Lungen werden vom Alltag gequetscht, zwischen harter Arbeit und viel zu niedrigem Lohn.
Doch das ist ihre traurige Wahrheit, denn wen kümmert es schon,
dass auf der anderen Seite der Welt Menschen für unseren Luxus schuften.

 

Würden die Baracken dieser Menschen neben euren Häusern stehn,
würdet ihr dann auch noch so auf die Straße gehen
und das Zeugnis ihrer Ausbeutung mit Anerkennung ansehn?

 

Ein vernünftiger Mensch würde sagen: „Nein!“
Doch Vernuft, was soll das schon sein.
Von Liebe dies, von Respekt das,
von Hass gar nichts, doch von Toleranz etwas?

 

Ich wusste es nie, weiß es nicht und werde es auch nie wissen,
Doch ein solches Leben zu führen, ist doch eigentlich echt beschissen:
Abgestumpft von einer Welt,
die die erschreckenden Bilder solcher Fabriken aus unserem Blickfeld fernhält.

 

Den Bezug zu „gut und schlecht“ schon lang verloren,
 kommen wir ungeschoren
mit gefülltem Kleiderschrank davon.

 

Ich schlage meine Augen auf. Liege in meinem Bett.
Und mich nervt verdammt noch mal nicht die Fliege an der Wand,
denn ich benutze jetzt meinen Verstand
und überlege mir, ob mein Verhalten nicht nur für mich,
sondern auch für alle anderen moralisch wünschenswert ist.

 

Ich schließe meine Augen und sehe Visionen einer Zukunft,
mit Versionen von Menschen,
die nicht nur nach außen die Illusionen von umsichtigen Wesen sind
und gestern mal nett gewesen sind,
um morgen wieder zu egoistischen Tieren zu mutieren.

 

Ja! Ich sehe Visionen einer Zukunft, in der Menschen ehrenwerte Dinge tun, erreichen, erleben und eben nicht nur an solchen materialistischen Werten kleben.

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